…sind beinahe zwei Jahre vergangen, in denen viele andere Themen, Ereignisse in aller Welt und persönliche Aufgaben kaum Zeit und wenig Lust auf das Erstellen neuer Artikel übrig ließen.
In diesem Herbst jedoch habe ich wieder Bock auf den Blog. Es dürfte also ein langer Artikel werden, denn es beschäftigen mich weiterhin viele Themen der E-Mobilität und Energienutzung.
Hyundai gewährt Garantie auf Lebenszeit
Nach Ende des Leasingzeitraums für den IONIQ 5 Project 45 habe ich im Juli 2025 das Auto gekauft. In den vier Jahren davor gab es zwar einige teilweise sogar gravierende technische Störungen und ich habe natürlich auch die kleinen Macken kennengelernt, die der IONIQ 5 hat. Dennoch bleibt in der Summe die Gewissheit, dass der IONIQ 5 für meine Belange die ideale und preiswerteste Lösung darstellt. Alle Alternativen auf dem Markt bieten für einen höheren Preis nur wenig mehr Leistungen im Alltag oder bezüglich meiner speziellen Anforderungen.
Mein Vertrauen in die Beständigkeit des Fahrzeugs ist weiterhin hoch. Alle technischen Probleme wurden im Rahmen der Garantie zügig behoben. Keine Komponente ist dauerhaft ausgefallen oder hat ihre Leistung reduziert. Hervorzuheben ist, dass vor allem der Akku und die Ladetechnik weiterhin sehr zufriedenstellend arbeiten und auch nach nun fünf Jahren immer noch die Leistung vieler aktueller neuwertiger Fahrzeuge übertrifft. Der IONIQ 5 bleibt für meine Belange die ideale Lösung.
Besonders bemerkenswert und außergewöhnlich für einen Autohersteller ist für mich das Statement von Hyundai, die Garantie für die offenbar bei dieser Modellreihe problematische ICCU freiwillig auf „Lebenszeit“ auszudehnen. Diese wichtige Komponente regelt das Laden und Entladen des Akkus und war vor zwei Jahren in den Fokus gerückt, als sich Ausfälle häuften und viele Fahrzeige betroffen waren. Ein gutes Gefühl, dass nun eventuell damit noch weiter auftretende Probleme auch nach dem Ende der serienmäßigen Garantie von 8 Jahren kein Fiasko verursachen können.
„Ja mei, geht denn das mit dem Elektro?“
Auch bei der hohen Belastung des Autos im Gespann mit dem Wohnwagen gibt es keine Klagen. Scheinbar mühelos zieht der IONIQ 5 die Schrankwand mit einer Stirnfläche von rund sechs Quadratmetern hinter sich her. In den letzten drei Jahren hat er das auf über rund 12.500km ohne Probleme erledigt und durch die hohe Ladeleistung die Energie für die nächste Etappe jeweils schneller geladen, als die Pause zum Essen oder für andere Bedürfnisse gedauert hat. Die Preise für den Strom auf allen Fahrten blieben stabil oder waren durch Sommerrabatte und das Laden im preiswerteren Ausland sogar insgesamt etwas niedriger, also ganz gegen den Trend beim mal wieder knappen Fossiliensaft.
Regelmäßig habe ich bei den erstaunten Fragen anderer Camper erlebt, dass selbst die Tatsache meiner Anwesenheit an Orten wie dem Bodensee, Straßburg oder gar Bayern (!) in Frage gestellt wird. Es sei doch allgemein bekannt, dass Elektroautos keine Wohnwagen ziehen könnten, schon gar nicht über weite Strecken. „Aber der hat doch außerdem noch einen Motor und Benzin, oder?“ lautet die übliche, skeptische Nachfrage, wenn der Gesprächspartner schließlich doch seinen Augen traut.
„Nö, der fährt nur mit Strom aus Sonne und Wind. Für 100km braucht er genauso lange wie jedes andere Auto mit Anhänger. Das Aufladen der Energie für diese Distanz kostet dann jeweils rund €14 und dauert zehn Minuten bis eine Viertelstunde.“
Besonders erstaunt war in diesem Frühjahr ein netter Nachbar auf dem Campingplatz bei Straßburg, dessen Skoda mit einem defekten DSG-Getriebe ausgefallen war, just bevor er am Ende seines Urlaubs die 160km nach Hause fahren wollte. Da ich noch viel Urlaubszeit vor mir hatte und man sich unter Campern gerne hilft, habe ich ihn und seinen Wohnwagen am nächsten Tag über Freiburg hoch in den Schwarzwald gefahren. Er war ziemlich platt, wie mühelos der IONIQ 5 seinen Fendt durch die teils beträchtlichen Steigungen seiner Heimat gezogen hat. Und ich hatte einen traumhaft schönen Trip auf wirklich schönen und kurvenreichen Strecken. Für die Rückfahrt hatte er mir eine besonders spannende Route empfohlen, auf der der IONIQ 5 mal richtig von der Leine konnte. Ein toller Spaß, der Dank der Rekuperation bergab dennoch mit einem lächerlich niedrigen Verbrauch einherging. Da kann man guten Gewissens auch mal „die Sau rauslassen“.
Elektrotrucker rockt die Logistik
Über ähnliche derartige Erfahrungen, also müheloses Nachladen in notwendigen Fahrtpausen, niedrige Kosten auch bei hohem Energiebedarf und flottes Fahren am Berg bei hoher Effizienz, berichtet seit nunmehr zwei Jahren der „Elektrotrucker“ Tobias Wagner mit seinen wöchentlichen Videos aus Sicht des Logistikprofis. Über 200.000 km hat er hinter dem Steuer seiner Zugmaschinen in ganz Europa verbracht. Er ist dabei im Temperaturbereich von über 40°C in der Türkei bis zum klirrenden Frost von -35°C in Nordnorwegen unterwegs gewesen. Immer voll elektrisch. Meistens mit über 40 Tonnen. Stets mit einem Lächeln und oft mit seinem tierischen Kopiloten Krümelix.
Dabei sind seine Fahrten grundsätzlich dazu da, um Gewinne für die Spedition Nanno Jansen zu generieren, bei der er angestellt ist und deren LKW er fährt. Quasi nebenbei beweist er täglich, dass es nicht nur möglich ist, mit dem E-LKW im Fernverkehr Geld zu verdienen. Mehr als das: Es ist bereits heute sinnvoll und die beste Lösung, auch wenn dafür alle Beteiligten neben der Technik ihren Kopf benutzen müssen, um erfolgreich zu sein.
Der teilweise noch dünnen Ladeinfrastruktur speziell für LKW mit Auflieger begegnet er mit Tipps aus seiner eTrucker-App, die seinen „Kollegas“ und deren DisponentInnen die Planung ihrer Ladestopps erleichtert. So können diese die jeweils geplante Tour mit zu den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen passenden Ladepunkten optimieren und wie konventionelle Diesel-Zugmaschinen mehr als 700km Strecke am Tag absolvieren. Das Ganze aber zu erheblich niedrigeren Streckenkosten, die den (noch) deutlich höheren Preis des E-LKW gegenüber seinen Dieselgeschwistern schnell amortisieren. Da außerdem weniger Verschleiß auftritt und die Fahrer und Fahrerinnen in einer erheblich angenehmeren, leiseren Umgebung arbeiten, sind die niedrigeren Wartungskosten und die geringere gesundheitliche Belastung des Personals ebenfalls wichtig und positiv.
Seit heute 20. September 2026 um 11:00 Uhr ist Tobias auf Weltreise. Viele namhafte Hersteller haben ihn bei seinem Projekt unterstützt, das er sich erst Anfang diesen Jahres vorgenommen hat: Er will der Welt zeigen, dass ein heute verfügbarer E-LKW die Erde in maximal 80 Ladestopps umrunden kann. Es ist erstaunlich, welche Begeisterung und welchen Zuspruch er in der kurzen Zeit erfahren konnte. Immerhin haben ihm ein Dutzend Unternehmen von A wie Alpitronic bis M wie Michelin Material mit einem Wert von über einer halben Million Euro bereitgestellt.
Leben wird er in einer autark mit Strom versorgten Wohnkabine von Blissmobil, die bei zu wenig Solarstrom auch aus dem riesigen 621 kWh Akku des eActross aufgeladen werden könnte. Wenn der E-LKW für Orte zu groß ist, die er besuchen will, er aufgrund lokal nur geringer Ladeleistung die Wartezeit überbrücken möchte, oder er einen Teil der Strecke parallel zur Verschiffung des LKW einen Teil der Strecke im Inselhopping überwinden will, kann er auf sein Beiboot zurückgreifen: Die vollelektrische Honda WN-7, die Huckepack mit dabei ist.
Während der Reise wird er unter anderem darüber berichten, wie es mit den Lademöglichkeiten in den sehr unterschiedlichen über 30 Staaten bestellt ist, auf welche Schwierigkeiten er in den verschiedenen Regionen stößt und welchen Stand die E-Mobilität außerhalb von Europa hat. Natürlich werden auch die Eindrücke interessant werden, die er als ein offener, intelligenter Typ bei seinen Kontakten mit den Menschen in den unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften erlebt. Ein Jahr lang will er unterwegs sein.
Reisen mit dem E-Mobil-Gespann, Bodensee 2025, Elsass 2026
Nicht ganz so weit waren wir auf unseren Reisen mit dem IONIQ 5 vor dem Knaus Sport & Fun unterwegs, hatten aber auch eine Menge interessanter neuer Eindrücke und viel Spaß. Die Reiseberichte sollen jedoch einen eigenen Artikel bekommen, es gibt dabei einfach zu viel Schönes zu erzählen.
Wie erwähnt waren wir 2025 am Bodensee und haben von dort aus auch Tagestouren nach Österreich und der Schweiz unternommen. Im aktuellen Jahr 2026 ging es in dieselbe Richtung, allerdings diesmal nach Straßburg, um dann mal in den Schwarzwald und nach Frankreich in das Elsass hinein zu schnuppern. Auch auf den Anfahrten und den Rückreisen haben wir natürlich Orte besucht, an denen wir schöne Eindrücke gewinnen konnten. Natürlich war auch die Ostsee in jedem Jahr ein Ziel, das uns einfach nicht loslässt und das wir immer gerne besuchen.
Wie entspannt und problemlos das elektrische Reisen mit dem Wohnwagengespann inzwischen funktioniert und welche Vorteile eine akkugestützte 230V Stromquelle dabei spielen kann, wird natürlich auch immer wieder ein Thema in den Reiseberichten sein.
Resilienz durch E-Autos, Speicher und Balkonkraftwerke
Aber nicht nur unterwegs auf Reisen kommt der IONIQ 5 als Stromquelle in den Fokus. Im Januar 2026 hat sich im Süden Berlins bei kräftigem Frost ein Anschlag auf das Stromnetz in einem fünftägigen Stromausfall für zehntausende Haushalte ausgewirkt. Das Dilemma war unter anderem, dass Heizungen nicht betrieben werden konnten, obwohl die Wärme grundsätzlich zur Verfügung stand. Die spontane Idee, den Notstrom für den Betrieb der Heizungssteuerung und deren Pumpen zu nutzen, scheiterte an dem schieren Bedarf auch an Fachleuten, den geringen zur Verfügung stehenden zentralen Mitteln und auch den Möglichkeiten zur einfachen Einspeisung des Notstroms in die jeweils wichtigsten Stromkreise.
Mein spontaner Lösungsansatz für zukünftige derartige Situationen ist daher die Idee, eine grundsätzliche Vorbereitung zur Nutzung des Potentials herzustellen, das durch die inzwischen doch recht zahlreichen E-Autos mit V2L-Funktionalität besteht. Es sind ja dadurch überall mobile Stromgeneratoren verfügbar, denen im Ernstfall lediglich die technisch sichere Anschlussmöglichkeit fehlt, um einen Engpass mit eigener Hilfe überwinden zu können und wesentliche Funktionen wie Heizung, Kommunikation und Sicherheit (Licht) auch mehrere Tage problemlos aufrechterhalten zu können.
Natürlich bieten inzwischen auch preiswerte stationäre Batteriespeicher viele Möglichkeiten, kürzere bis längere Stromunterbrechungen zu überbrücken. Vor allem sind sie über Jahrzehnte nutzbar, immer betriebsbereit und verursachen keine ständigen Folgekosten durch Wartung und die Lagerhaltung von frischem Brennstoff, wie das bei Generatoren der Fall ist. Kombiniert man die Speicher mit „steckerfertigen PV-Kleinanlagen“ (Balkonkraftwerken), kann man ohne aufwändige Installationen quasi eine Art Strom-Zisterne aufbauen, die im Alltag mittels Photovoltaik geladen wird, so den Zukauf von Strom für Hauslicht oder andere Elektrik verringert und sich über Jahre gerechnet sogar selbst finanzieren kann.
Dieses Projekt wird nun in mehreren Schritten für das Mehrfamilienhaus angegangen, in dem wir wohnen, und ist für den persönlichen Bedarf aber bereits umgesetzt: Zwei Speicher mit rund 7kWh Gesamtkapazität hängen in unserem privaten Stromnetz und puffern dauerhaft als Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) wichtige Komponenten wie Router und andere Netzwerkkomponenten , Telefone, Alarmsystem, Drucker und PCs. Kurzzeitige Stromausfälle werden so von empfindlicher Elektronik ferngehalten, was sich schon jetzt fast wöchentlich auszahlt.
Bei einem unwahrscheinlicheren, längeren Ausfall des Versorgers lässt sich die Stromversorgung der Wohnung nun aber auch mit wenigen Handgriffen vom öffentlichen Netz auf die Speicher umstellen. So lassen sich über die vorhandene Elektroinstallation wichtige Geräte ganz einfach weiter betreiben, idealer Weise natürlich bis die Stromversorgung wieder funktioniert und man wieder umschalten kann. Da man in dieser Situation gezielt seinen Stromverbrauch auf das Minimum (Licht, Kommunikation, kleine Kochgeräte usw.) reduzieren kann, dürfte der Speicher mehrere Tage reichen.
Laden im Mehrparteienhaus
Zu guter Letzt ist aber neben der Verbesserung der Resilienz bei Systemstörungen nun auch die Versorgung der E-Autos im Alltag auf einem guten Weg. Seit Ende März 2026 steht eine Förderung des Bundes bereit, um die Ausstattung von Parkflächen und Tiefgaragen in Mehrfamilienhäusern zu unterstützen. Der Plan steht ja schon seit vielen Jahren, aber die Finanzierung und die Umsetzung in der Gemeinschaft der Eigentümer war schwierig.
Nun sind die entsprechenden Angebote eingeholt und der Förderantrag gestellt. Seit 6. Juli wird er bearbeitet, es gab Nachforderungen und Korrekturen, die ebenfalls eingereicht wurden. Die Hoffnung ist, dass nach Zusage durch den Projektträger noch im Oktober die Aufträge erteilt werden können und bis zum Ende des Jahres die Installation abgeschlossen ist.
Unsere Tiefgarage verfügt nach dem Plan dann über insgesamt dreimal 11kW an Ladeleistung, die auf jeweils vier bzw. fünf Ladepunkten abgerufen werden kann. Insgesamt kann also in einer Nacht (12h) für insgesamt 13 gleichzeitig angeschlossene Fahrzeuge Ladestrom für rund 2000km Fahrtstrecke bereitgestellt werden. Die 13 Ladepunkte sind so angeordnet, dass von jedem der 27 Stellplätze aus geladen werden kann.
Kann also weitergehen mit den E-Autos…