Archiv der Kategorie: Allgemeines

In der Zwischenzeit…

…sind beinahe zwei Jahre vergangen, in denen viele andere Themen, Ereignisse in aller Welt und persönliche Aufgaben kaum Zeit und wenig Lust auf das Erstellen neuer Artikel übrig ließen.
In diesem Herbst jedoch habe ich wieder Bock auf den Blog. Es dürfte also ein langer Artikel werden, denn es beschäftigen mich weiterhin viele Themen der E-Mobilität und Energienutzung.

Hyundai gewährt Garantie auf Lebenszeit

Nach Ende des Leasingzeitraums für den IONIQ 5 Project 45 habe ich im Juli 2025 das Auto gekauft. In den vier Jahren davor gab es zwar einige teilweise sogar gravierende technische Störungen und ich habe natürlich auch die kleineren Macken kennengelernt, die der IONIQ 5 kostruktionsbedingt hat. Dennoch bleibt in der Summe die Gewissheit, dass dieses Auto für meine Belange die ideale und preiswerteste Lösung darstellt. Alle Alternativen auf dem Markt bieten mir für einen höheren Preis kaum Vorteile im Alltag oder bezüglich meiner speziellen Anforderungen.

Mein Vertrauen in die Beständigkeit des Fahrzeugs ist ebenfalls weiterhin hoch. Alle technischen Probleme wurden im Rahmen der Garantie zügig behoben. Keine Komponente ist dauerhaft ausgefallen oder hat ihre Leistung reduziert. Hervorzuheben ist, dass vor allem der Akku und die Ladetechnik weiterhin sehr zufriedenstellend arbeiten und auch nach nun fünf Jahren immer noch die Leistung vieler aktueller Fahrzeuge übertrifft. Der IONIQ 5 bleibt aus meiner persönlichen Sicht die ideale Lösung.

Besonders bemerkenswert und außergewöhnlich für einen Autohersteller ist für mich das Statement von Hyundai, die Garantie für die offenbar bei dieser Modellreihe problematische ICCU freiwillig auf „Lebenszeit“ auszudehnen. Diese wichtige Komponente regelt das Laden und Entladen des Akkus und war vor zwei Jahren in den Fokus gerückt, als sich Ausfälle häuften und viele Fahrzeige betroffen waren. Ein gutes Gefühl, dass nun eventuell damit noch weiter auftretende Probleme auch nach dem Ende der serienmäßigen Garantie von 8 Jahren kein Fiasko verursachen können.

„Ja mei, geht denn das mit dem Elektro?“

Trotz Wohnwagen am Heck nur etwa 11€ auf 100km

Auch bei der hohen Belastung des Autos im Gespann mit dem Wohnwagen gibt es keine Klagen. Scheinbar mühelos zieht der IONIQ 5 die Schrankwand mit einer Stirnfläche von rund sechs Quadratmetern hinter sich her. In den letzten drei Jahren hat er das auf über rund 12.500km ohne Probleme erledigt und durch die hohe Ladeleistung die Energie für die nächste Etappe jeweils schneller geladen, als die Pause zum Essen oder für andere Bedürfnisse gedauert hat. Die Kosten für den Strom auf allen Fahrten blieben stabil oder waren auch 2026 durch Sommerrabatte (hier bei Aral: 32ct je kWh) und das Laden im preiswerteren Ausland sogar insgesamt etwas niedriger, also umgekehrt zum Trend beim mal wieder knappen Fossiliensaft.

Regelmäßig habe ich bei den erstaunten Fragen anderer Camper erlebt, dass selbst die Tatsache meiner Anwesenheit an Orten wie dem Bodensee, Straßburg oder gar Bayern (!) in Frage gestellt wird. Es sei doch allgemein bekannt, dass Elektroautos keine Wohnwagen ziehen könnten, schon gar nicht über weite Strecken. „Aber der hat doch außerdem noch einen Motor und Benzin, oder?“ lautet die übliche, skeptische Nachfrage, wenn der Gesprächspartner schließlich doch seinen Augen traut.
„Nö, der fährt nur mit Strom aus Sonne und Wind. Für 100km braucht er genauso lange wie jedes andere Auto mit Anhänger. Das Aufladen der Energie für diese Distanz kostet dann jeweils rund €11 und dauert zehn Minuten bis eine Viertelstunde.“

Fendt ohne Zugpferd: Dann halt HTRAC statt DSG

Besonders erstaunt war in diesem Frühjahr ein netter Nachbar auf dem Campingplatz bei Straßburg, dessen Skoda mit einem defekten DSG-Getriebe ausgefallen war, just bevor er am Ende seines Urlaubs die 160km nach Hause fahren wollte.

Da ich noch viel Urlaubszeit vor mir hatte und man sich unter Campern gerne hilft, habe ich ihn und seinen Wohnwagen am nächsten Tag über Freiburg hoch in den Schwarzwald gefahren. Er war ziemlich platt, wie mühelos der IONIQ 5 seinen Fendt durch die teils beträchtlichen Steigungen seiner Heimat gezogen hat. Und ich hatte einen traumhaft schönen Trip auf wirklich schönen und kurvenreichen Strecken. Für die Rückfahrt hatte er mir eine besonders spannende Route empfohlen, auf der der IONIQ 5 mal richtig von der Leine konnte. Ein toller Spaß, der Dank der Rekuperation bergab dennoch mit einem lächerlich niedrigen Verbrauch einherging. Da kann man guten Gewissens auch mal „die Sau rauslassen“.

Recharge le soir: Im Elsass lädt es sich sehr preiswert und schön…

Elektrotrucker rockt die Logistik

Über ähnliche derartige Erfahrungen, also müheloses Nachladen in notwendigen Fahrtpausen, niedrige Kosten auch bei hohem Energiebedarf und flottes Fahren am Berg bei hoher Effizienz, berichtet seit nunmehr zwei Jahren der „Elektrotrucker“ Tobias Wagner mit seinen wöchentlichen Videos aus Sicht des Logistikprofis. Über 200.000 km hat er hinter dem Steuer seiner Zugmaschinen in ganz Europa verbracht. Er ist dabei im Temperaturbereich von über 40°C in der Türkei bis zum klirrenden Frost von -35°C in Nordnorwegen unterwegs gewesen. Immer voll elektrisch. Meistens mit über 40 Tonnen. Stets mit einem Lächeln und oft mit seinem tierischen Kopiloten Krümelix.

Dabei sind seine Fahrten grundsätzlich dazu da, um Gewinne für die Spedition Nanno Jansen zu generieren, bei der er angestellt ist und deren LKW er fährt. Quasi nebenbei beweist er täglich, dass es nicht nur möglich ist, mit dem E-LKW im Fernverkehr Geld zu verdienen. Mehr als das: Es ist bereits heute sinnvoll und die beste Lösung, auch wenn dafür alle Beteiligten neben der Technik ihren Kopf benutzen müssen, um erfolgreich zu sein.

…und auch der Elektrotrucker lädt mit seinem DAF electric ein paar Tage später als wir in Orschwiller. Hab ihn leider verpasst! (Screenshot: Aus einem Video von Tobias Wagner)

Der teilweise noch dünnen Ladeinfrastruktur speziell für LKW mit Auflieger begegnet er mit Tipps aus seiner eTrucker-App, die seinen „Kollegas“ und deren DisponentInnen die Planung ihrer Ladestopps erleichtert. So können diese die jeweils geplante Tour mit zu den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen passenden Ladepunkten optimieren und wie konventionelle Diesel-Zugmaschinen mehr als 700km Strecke am Tag absolvieren. Das Ganze aber zu erheblich niedrigeren Streckenkosten, die den (noch) deutlich höheren Preis des E-LKW gegenüber seinen Dieselgeschwistern schnell amortisieren. Da außerdem weniger Verschleiß auftritt und die Fahrer und Fahrerinnen in einer erheblich angenehmeren, leiseren Umgebung arbeiten, sind die niedrigeren Wartungskosten und die geringere gesundheitliche Belastung des Personals ebenfalls wichtig und positiv.

Seit heute 20. September 2026 um 11:00 Uhr ist Tobias auf Weltreise. Viele namhafte Hersteller haben ihn bei seinem Projekt unterstützt, das er sich erst Anfang diesen Jahres vorgenommen hat: Er will der Welt zeigen, dass ein heute verfügbarer E-LKW die Erde in maximal 80 Ladestopps umrunden kann. Es ist erstaunlich, welche Begeisterung und welchen Zuspruch er in der kurzen Zeit erfahren konnte. Immerhin haben ihm ein Dutzend Unternehmen von A wie Alpitronic bis M wie Michelin Material mit einem Wert von über einer halben Million Euro bereitgestellt.

Content Creator und Berufskraftfahrer Tobias Wagner („Elektrotrucker“)
(Foto: Daimler Truck AG)

Leben wird er in einer autark mit Strom versorgten Wohnkabine von Blissmobil, die bei zu wenig Solarstrom auch aus dem riesigen 621 kWh Akku des eActross aufgeladen werden könnte. Wenn der E-LKW für Orte zu groß ist, die er besuchen will, Tobias aufgrund lokal nur geringer Ladeleistung die Wartezeit überbrücken möchte, oder er einen Teil der Strecke parallel zur Verschiffung des LKW im Inselhopping überwinden will, kann er auf sein Beiboot zurückgreifen: Die vollelektrische Honda WN-7, die huckepack mit dabei ist.

Während der Reise wird er unter anderem darüber berichten, wie es mit den Lademöglichkeiten in den sehr unterschiedlichen über 30 Staaten bestellt ist, auf welche Schwierigkeiten er in den verschiedenen Regionen stößt und welchen Stand die E-Mobilität außerhalb von Europa hat. Natürlich werden auch die Eindrücke interessant werden, die er als ein offener, intelligenter Typ beim Kontakt mit den Menschen in den unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften erlebt. Ein Jahr lang will er unterwegs sein.

Die vielleicht schönste Hafeneinfahrt der Welt: Lindau am Bodensee

Reisen mit dem E-Mobil-Gespann, Bodensee 2025, Elsass 2026

Nicht ganz so weit waren wir auf unseren Reisen mit dem IONIQ 5 vor dem Knaus Sport & Fun unterwegs, hatten aber auch eine Menge interessanter neuer Eindrücke und viel Spaß. Die Reiseberichte sollen jedoch jeweils einen eigenen Artikel bekommen. Es gibt dabei einfach zu viel Schönes zu erzählen.

Wie erwähnt waren wir 2025 am Bodensee und haben von dort aus auch Tagestouren nach Österreich und der Schweiz unternommen.

Blick von Burg Haute Koenigsbourg über das Elsass Richtung Schwarzwald

Im aktuellen Jahr 2026 ging es in dieselbe Richtung, allerdings diesmal nach Straßburg, um dann mal in den Schwarzwald und nach Frankreich in das Elsass hinein zu schnuppern.

Auf den Hinfahrten und den Rückreisen haben wir uns immer Zeit gelassen und Orte besucht, an denen wir neue Eindrücke gewinnen oder Erinnerungen auffrischen konnten.

Es geht nicht ohne: Die Ostseeküste

Natürlich war auch die Ostsee in jedem Jahr ein Ziel, das uns einfach nicht loslässt und das wir immer gerne besuchen.

Wie entspannt und problemlos das elektrische Reisen mit dem Wohnwagengespann inzwischen funktioniert und welche Vorteile eine akkugestützte 230V Stromquelle dabei spielen kann, wird natürlich auch immer wieder ein Thema in den Reiseberichten sein.

Resilienz durch E-Autos, Speicher und Balkonkraftwerke

Stromausfall auf dem Platz? Kein Problem.

Aber nicht nur unterwegs auf Reisen kommt der IONIQ5 als Stromquelle in den Fokus. Im Januar 2026 hat ein Anschlag auf das Stromnetz im Süden Berlins bei kräftigem Frost zu einem fünftägigen Stromausfall für zehntausende Haushalte geführt. Das Dilemma war unter anderem, dass Heizungen nicht betrieben werden konnten, obwohl die Wärme grundsätzlich zur Verfügung stand.

Ein Lösungsansatz für zukünftige derartige Situationen ist daher, die grundsätzlichen Vorbedingungen zur Nutzung des Potentials herzustellen, das durch die inzwischen doch recht zahlreichen E-Autos mit V2L-Funktionalität besteht. Es sind ja mit den Autos quasi überall mobile Stromgeneratoren verfügbar, denen im Ernstfall lediglich die technisch sichere Anschlussmöglichkeit fehlt. Damit könnte ein Engpass mit eigener Hilfe problemlos überwunden und wesentliche Funktionen wie Heizung, Kommunikation und Sicherheit (Licht) auch mehrere Tage aufrechterhalten werden.

Natürlich bieten inzwischen auch preiswerte stationäre Batteriespeicher viele Möglichkeiten, kürzere bis längere Stromunterbrechungen zu überbrücken. Vor allem sind sie über Jahrzehnte nutzbar, immer betriebsbereit und verursachen keine ständigen Folgekosten durch Wartung und die Lagerhaltung von frischem Brennstoff, wie das bei Generatoren der Fall ist.

Kombiniert man die Speicher mit „steckerfertigen PV-Kleinanlagen“ (Balkonkraftwerken), kann man ohne aufwändige Installationen quasi eine Art Strom-Zisterne aufbauen, die im Alltag mittels Photovoltaik geladen wird, so den Zukauf von Strom für Hauslicht oder andere Elektrik verringert und sich über Jahre gerechnet sogar selbst finanzieren kann.

Dieses Projekt wird nun in mehreren Schritten für das Mehrfamilienhaus angegangen, in dem wir wohnen, und ist für den persönlichen Bedarf aber bereits umgesetzt: Zwei Speicher mit rund 7kWh Gesamtkapazität hängen in unserem privaten Stromnetz und puffern dauerhaft als Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) wichtige Komponenten wie Router und andere Netzwerkkomponenten , Telefone, Alarmsystem, Drucker und PCs. Kurzzeitige Stromausfälle werden so von empfindlicher Elektronik ferngehalten, was sich schon jetzt fast wöchentlich auszahlt.

Bei einem unwahrscheinlicheren, längeren Ausfall des Versorgers lässt sich die Stromversorgung der Wohnung nun aber auch mit wenigen Handgriffen vom öffentlichen Netz auf die Speicher umstellen. So lassen sich über die vorhandene Elektroinstallation wichtige Geräte ganz einfach weiter betreiben, idealer Weise natürlich bis die Stromversorgung wieder funktioniert und man wieder umschalten kann. Da man in dieser Situation gezielt seinen Stromverbrauch auf das Minimum (Licht, Kommunikation, kleine Kochgeräte usw.) reduzieren kann, dürfte der Speicher mehrere Tage reichen.

Laden im Mehrparteienhaus

Zu guter Letzt ist aber neben der Verbesserung der Resilienz bei Systemstörungen nun auch die Versorgung der E-Autos im Alltag auf einem guten Weg. Seit Ende März 2026 steht eine Förderung des Bundes bereit, um die Ausstattung von Parkflächen und Tiefgaragen in Mehrfamilienhäusern zu unterstützen. Der Plan steht ja schon seit vielen Jahren, aber die Finanzierung und die Umsetzung in der Gemeinschaft der Eigentümer war schwierig.

Nun sind die entsprechenden Angebote eingeholt und der Förderantrag gestellt. Seit 6. Juli wird er bearbeitet, es gab Nachforderungen und Korrekturen, die ebenfalls eingereicht wurden. Die Hoffnung ist, dass nach Zusage durch den Projektträger noch im Oktober die Aufträge erteilt werden können und bis zum Ende des Jahres die Installation abgeschlossen ist. (Update: Am 1. Oktober ist der Zuwendungsbescheid eingetroffen! Nun darf bestellt und installiert werden.)

Unsere Tiefgarage verfügt nach dem Plan dann über insgesamt drei Linien mit je 11kW an Ladeleistung. Die 11kW einer Linie werden dann auf jeweils vier bzw. fünf Ladepunkte verteilt und geregelt. Insgesamt kann also in einer Nacht (12h) insgesamt auf bis zu 13 gleichzeitig angeschlossenen Fahrzeugen der Ladestrom für rund 2000km Fahrtstrecke bereitgestellt werden. Die 13 Ladepunkte sind so angeordnet, dass von jedem der 27 Stellplätze aus das Anstecken des dort parkenden Fahrzeugs möglich ist.

Kann also weitergehen mit den E-Autos…

How to E-Auto

IONIQ5 am Mesnerhof
(Foto: B. Rochlitz)

Trotz der vielen Modelle von Elektroautos ist es nicht so einfach, heute in den Besitz eines geeigneten Fahrzeugs zu kommen. Schon die Auswahl ist schwierig und beim Kauf warten dann die nächsten Hürden. Es gibt aber ein paar einfache Tipps und ein hilfreiches Werkzeug.

Quelle voiture?

Mal ganz ehrlich: Welche Kriterien sind primär wichtig? Das multimediale Wohlfühlinterieur mit Ambientebeleuchtung und passenden Nähten am Alcantarabezug der Massagesitze? Oder einfach erst einmal, ob die Kiste dahin fährt, wo man hin will – und zwar gegebenenfalls mit Partner, Kindern, Hund und dem Fahrrad auf dem Heckträger?

Wer die erste Frage mit „Aber auf jeden Fall!“ beantwortet, wird wohl auch dem Prospektgeschwurbel der Autohersteller glauben. Dann am besten die Hausmarke wählen, im Konfigurator beim üblichen Fahrzeugtyp das Gewünschte anklicken und bestellen. Meine Prognose ist allerdings, dass der hohe Preis und die lange Wartezeit schließlich von der einen oder anderen Enttäuschung begleitet sein wird. In der Praxis ist halt alles anders, dem gekauften Auto fehlen vielleicht wichtige Eigenschaften und der entrückte Ausdruck im Gesicht der Models auf der Website des Herstellers wird sich beim Käufer wahrscheinlich leider nicht einstellen.

Meine Empfehlung ist – besonders für die Suche nach einem geeigneten E-Auto – erst einmal wenige zentrale Kriterien auf die vorhandenen Modelle anzuwenden und zwar auf einer realistischen, auf Fakten gründenden Basis. Danach kann man dann schauen, ob und welche „unverzichtbaren“ Extras angeboten werden und bezahlbar sind.

Eine exzellente Möglichkeit für die einfache Identifikation des geeigneten E-Autos bietet die Electric Vehicle Database des nach eigener Angabe unabhängigen und nicht kommerziellen Anbieters EV Database. Wer dahinter steckt, lässt sich zwar nicht auf der Website erkennen, aber die Inhalte sind hervorragend gut aufbereitet, programmiert, gepflegt und klever durchdacht. Und die enthaltenen Fakten sind nach meiner Einschätzung alle korrekt!

Ein Beispiel:

Mein Wunschauto soll meinen Wohnwagen ziehen können. Dafür muss es die notwendige Anhängelast haben (etwa 1575kg) und wegen des dann hohen Energiebedarfs (etwa 80% mehr als der durchschnittliche Verbrauch) möglichst schnell laden können, damit Caravaning damit Sinn macht. 500km je Stunde Ladegeschwindigkeit bezogen auf normalen Verbrauch wären dafür recht brauchbar.
Also auf der Seite von EVD „Mehr Optionen“ aufgeklappt, den unteren Wert für Ladegeschwindigkeit und Anhängelast auf die genannten Werte eingestellt und die Ergebnisse nach aufsteigendem Preis sortiert. Und Zack: Der IONIQ5 steht ganz oben in der Liste.

Na, was für ein Zufall! Den habe ich ja!

Aber auch andere Kriterien funktionieren natürlich für die schnelle Suche:

Gebraucht wird eine Anhängerkupplung für den Fahrradträger, und bei 250km realer Reichweite wäre eine halbe Stunde Ladezeit für weitere 150km ideal?
Dann „Anhängerkupplung“ auswählen, 250km Reichweite und 300km/h Ladezeit einstellen und Schwuppdiwupp: Renault Megane E-Tech ist der preiswerteste (erhältliche) Favorit. Zu französisch? Weiter unten tummeln sich im selben Preissegment die Modelle von Chinesen, Südkoreanern und Deutschen mit den gewünschten Eigenschaften.

Meines Erachtens ist die Electric Vehicle Database die beste Marktübersicht für die blitzschnelle Auswahl eines geeigneten Modells auf Basis verlässlicher Fakten. Ein echtes Mega-Tool.

Wie kommt man an sein Auto?

Wer sein ideales Elektroauto nun endlich gefunden hat und zum Händler geht, wird allerdings die erste Enttäuschung erleben: Das Auto gibt es nicht.

Seit Jahren hört man bezüglich guter, aber nicht lieferbarer E-Autos den Grund: „Die Nachfrage nach diesem Modell ist unerwartet hoch.“
In letzter Zeit ist noch dazu gekommen: „Die Zulieferer sind von Überschwemmung/Corona/gestrandeten Schiffen/Materialknappheit/Krieg betroffen.“
Und ganz aktuell: „Wir können Ihnen keinen Liefertermin nennen.“, „Der endgültige Preis kann/wird sich noch ändern.“ und „Das Modell kann nur in der Top-Austattung bestellt werden.“ oder „Leider ist das Modell bereits ausverkauft.“

Das ist sehr, sehr ärgerlich für diejenigen, die sich jetzt zum Umstieg entschlossen haben. Aber es bis auf weiteres wohl nicht zu ändern. Wie kommt man dennoch an ein E-Auto? Nur mit Geduld, eventuell durch Kompromisse bei der Auswahl und leider nur mit finanzieller Flexibilität.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, lässt in seinem Budget 20% Spielraum für eine spätere Preisanpassung. Und man sollte Stand Juni 2022 mit mindestens (!) einem Jahr Lieferzeit rechnen. Mit einer Entscheidung und der Bestellung zu warten, ist aber vermutlich ebenfalls nicht zu empfehlen. Bis es wieder besser wird kann es noch eine ganze Weile dauern. „Wir haben es noch nicht hinter uns.“ sagte kürzlich Elon Musk, der bei Tesla bereits erhebliche Preisänderungen nach oben vorgenommen hat.

Beim Vertragsabschluss ist es wichtig, genau auf die Bedingungen zu nachträglichen Preisanpassungen zu achten. Bei vielen und vermutlich bald allen Herstellern steht dort sinngemäß, dass erst in der zeitlichen Nähe zum Liefertermin der endgültige Preis feststeht. Früher undenkbar, heute für Hersteller und Händler wohl die einzige Möglichkeit, denn niemand kann ja sagen, was die Produktion des Fahrzeugs in einem Jahr kosten wird.

Mein Eindruck ist, dass die fernöstlichen Hersteller zwar auch unter Kostendruck leiden und daher die Preise erhöhen und sich absichern, jedoch insgesamt durch kürzere Lieferketten und weniger Modellvarianten besser mit der Situation zurecht kommen.

Ich rate daher dazu, auch einmal jenseits der Hausmarke nach einem geeigneten Fahrzeug zu schauen, eventuell auf das eine oder andere Extra zu verzichten oder sogar ein verfügbares Fahrzeug zu kaufen, auch wenn es die falsche Farbe hat. Sonst wird man sich halt mit den aktuellen Bedingungen arrangieren müssen und rechnet besser mit Preiserhöhung vor der Lieferung in ferner Zukunft.

Welche Förderung gibt es?

Das ist ein weiterer Faktor, der momentan schwer zu beurteilen ist. Die Tinte unter dem Koalitionsvertrag ist noch nicht ganz trocken, da rudert die FDP in der Person Herrn Lindners und Herrn Wissings schon wieder in die andere Richtung. Die Vereinbarungen zum europäischen Verbrennerausstieg, zu Förderbeträgen für Elektroautos und deren Zeiträumen kippeln gerade mächtig und damit vielleicht sogar die ganze Koalition.

Zugegeben, es ist angesichts der komplett wahnsinnigen Weltlage viel zu tun und zu finanzieren, aber das ist leider der Job. Jetzt den bereits beschlossenen Kurs in Frage zu stellen und das Steuer loszulassen, ist ganz schlechter Stil und verursacht großen Schaden.

Das hieße nämlich für die Konsumenten, dass sie nicht darauf vertrauen können, eine für ihre Entscheidung maßgebliche Förderung zu erhalten und die Gefahr, auf erheblich höheren Kosten sitzen zu bleiben. Wer riskiert das gern? Und für die Unternehmen sind zögernde Kunden sowie eventuell platzende Kaufverträge und Finanzierungen auch kein Spaß. Förderung geht anders.

Stand heute kann man also nur für Fahrzeuge eine sichere Kalkulation machen, die noch in diesem Jahr zugelassen werden. Was danach passiert, ist leider völlig offen, wenn die Vereinbarungen in der Koalition nicht eingehalten werden.

Update November 2022: Zwar ist das neue Gesetz zur Förderung immer noch nicht im Bundesanzeiger zu finden, dennoch sind die Zahlen jetzt bekannt. Details fehlen aber noch.

Also auch aus diesem Grund ist es wohl angeraten, lieber den Spatz, als die Taube zu wählen. Wer jetzt bestellt, sollte sich versichern lassen, dass die Lieferung und Zulassung in diesem Jahr erfolgen kann – oder im worst case mit erheblich reduzierter Förderung kalkulieren. Der Kauf eines bereits produzierten Fahrzeugs kann die Lösung sein, wenn es passt.

Und noch ein Update vom Ende November 2022: Viele Hersteller bieten ihren Kunden nun einen Ausgleich an, wenn das Auto nicht mehr rechtzeitig für die alte Förderung zugelassen werden kann. Dafür gibt es unterschiedliche Verfahren, die man bei seinem Händler erfragen kann.

Wieso dann überhaupt ein Elektroauto?

Egal, wie und wann die Politik jetzt ihren Job macht. Die Unternehmen sind trotz aller genannten Probleme schon viel weiter, zu weit, um noch umdrehen zu können. Die E-Mobilität mit rein elektrischen Autos (BEV) steht meiner Einschätzung nach nicht mehr zur Debatte. Der Verkaufserfolg JEDES elektrischen Modells spricht doch Bände. „Unerwartet hohe Nachfrage“ ist ein Witz, wenn jedes E-Auto in kürzester Zeit ausverkauft ist, oder? Und die freiwilligen (!) Statements der Autohersteller weltweit zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sowie der Schwerpunktwechsel beim Engagement der Mineralölkonzerne – vom Rückgang bei der Erschließung neuer Ölvorkommen bis hin zum Ausbau der Ladetechnik und der Wasserstoffherstellung – stützt meine Annahme.

Natürlich werden Kolbenmotoren und andere Wärmekraftmaschinen nie ganz verschwinden. Wieso auch? Es gibt Anwendungen, da ist dieser Antrieb sinnvoll und technisch (noch) im Vorteil. Zum Beispiel in der Landwirtschaft, im Last- und Flugverkehr, bei großen Schiffen. Aber nicht bei PKW, die durchschnittlich täglich unter 40km weit fahren und dann 20 Stunden lang herumstehen. Und es wird noch viel teurer als schon heute werden, mit Benzin, Diesel oder Kerosin zu fahren und zu fliegen, egal ob subventioniert oder künstlich hergestellt. Da kann man noch so viel Tankrabatt an die Mineralölkonzerne überweisen…

Der „Normalbürger“ wird daher schon aus Kostendruck auf den heute schon viel preiswerter, sauber und angenehmer zu betreibenden Elektroantrieb wechseln – oder das Auto zu Gunsten anderer Verkehrsmittel teilweise ganz aufgeben.

Schon jetzt fährt man im Alltag elektrisch vorteilhafter als mit dem Verbrenner. Das gilt für alle, die es auch wollen. Für die anderen ist es offenbar völlig unmöglich, weil sie unüberwindbare Hürden und Nachteile für sich sehen. Wie zum Beispiel mal kurze Pausen nach drei Stunden Fahrt auf Langstrecken zu machen oder sich einen Ladeanschluss in den eigenen Carport schrauben zu lassen…

Zugegeben, es gibt noch einiges Verbesserungspotenzial, besonders was Anzahl, Verteilung, Verlässlichkeit und Ergonomie der Ladepunkte in der Öffentlichkeit angeht. Aber schließlich hängt das meiste dessen nur davon ab, wie die Energiewende durch den Ausbau der Windkraft, der Photovoltaik und der Verteilungs- und Ladenetze weiter vorankommt und gleichzeitig die Autohersteller ihre Hausaufgaben machen und sich mal ihre Lieferketten ansehen. Alles Themen, die wir auch ohne E-Autos ohnehin in den Griff bekommen müssen.

Also: Es ist immer jetzt der beste Zeitpunkt sich für ein Elektroauto zu entscheiden. Vor einem Jahr, vor dem Krieg und dem Anstieg der Preise war der Zeitpunkt natürlich besser, klar. Aber dieser Drops ist jetzt ja gelutscht.
Und in der nächsten Zukunft ist ziemlich sicher zu erwarten, dass die Preise erst einmal weiter steigen werden. Für die Autos, aber vor allem für die fossilen Energieträger, deren Quellen häufig in den oft blutigen Händen, sagen wir „unzuverlässiger Vertragspartner mit sehr persönlichen Zielen“ liegen.

Die Zeiten haben sich geändert. Wer vorausschaut, sich heute entscheidet und handelt, braucht Geduld. Aber in einem Jahr ist er oder sie weiter als die anderen, die noch gezögert haben. Und die dann vielleicht länger warten müssen…

Was bisher geschah…

Eigentlich hatte ich Ende November 2013 nur den Ablauf meines Leasingvertrages im kommenden April auf dem Plan: Fünf Jahre lang bin ich nun ein Auto aus dem Toyota-Konzern mit Hybrid-Antrieb gefahren. Ich war mit dem Fahrzeug sehr zufrieden, aber nun muss meiner Meinung nach der nächste Schritt erfolgen. Der Hybrid spart zwar Sprit und bietet Vorteile, aber er ist im Winter und auf der Kurzstrecke nicht ideal.

Der nächste Schritt ist für mich seit langem ein PHEV, ein „Plug-In Hybrid Electric Vehicle“. Denn die letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass ich im Alltag meistens weniger als 30 bis 50km in Berlin und Umgebung unterwegs bin. Und oft ist die erste Fahrt am Morgen nur zwei oder drei Kilometer lang: Von zuhause zum ersten Kunden. Diese Strecken rein elektrisch fahren zu können und dennoch für gelegentliche längere Fahrten, zum Beispiel nach Hannover oder zur Ostsee, genug Reichweite, Transportkapazität und Zugkraft zu haben, wäre für mich ideal.

Nur diese „eierlegende Wollmilchsau“ konnte ich bisher (Stand November 2013) nicht ohne weiteres finden. Der Opel Ampera wäre zwar generell eine Möglichkeit, Mitsubishi Outlander PHEV soll es auch bald geben, Audi kommt irgendwann mit einem A3 Sportback e-tron, BMW will mehrere Plug-In Hybriden bauen… aber bis auf den Opel ist nichts davon bestellbar. Dessen Konzept könnte passen, er ist mir aber im Vergleich zu den angekündigten Lösungen zu teuer.
Leider hat auch Toyota in den vergangenen Jahren seinen guten Hybridantrieb nur in weitere Modelle eingebaut. Ausschließlich der Prius wird derzeit und in nächster Zukunft als PHEV angeboten. Kein schlechtes Auto, aber auch diese Möglichkeit haut mich nicht vom Hocker.

Na, dann schaut man sich eben mal an, was vollelektrisch heute so geht. Für die Stadt und den Alltag wäre das für mich eigentlich ebenfalls ok. Da in der Familie ohnehin noch ein Auto mit etwas mehr Ladekapazität, Anhängerkupplung und sparsamem Diesel vorhanden ist, könnte es dann auch ein etwas kleineres Fahrzeug für den beruflichen Altag sein.
Tja, und so bin ich das erste E-Mobil probegefahren. Danach war mir klar:

Das will ich! Elektrisch fahren – ganz ohne Verbrennungsmotor.

Doch diese Erfahrung und dieser Wunsch haben bei mir mehr ausgelöst, als ich gedacht hätte. Innerhalb kaum eines Monats hat die Beschäftigung mit dem Thema „elektrisches Fahren“ eine regelrechte Begeisterung entfacht. Und nun sitze ich hier vor dem Notebook, habe den (oder sagt man das?) ersten Blog meines Lebens installiert und möchte meine Erfahrungen teilen. Es ist ja wahrscheinlich, dass meine Überlegungen zum Autofahren nicht außergewöhnlich sind. Darum habe ich mich dazu entschlossen, sie auf diese Weise mitzuteilen.

Schauen wir mal, was daraus wird. Ich bin der Meinung, dass sich diese Form der Automobilität weiter verbreiten sollte und will mit meinem Beitrag helfen, die Vorbehalte gegen elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit Fakten und Antworten zu verringern.

Update Oktober 2026

Ich bin immer noch dabei.